1. Zielsetzungen der Investitionskredite

Zinslose Investitionskredite sind eine wichtige agrarpolitische Massnahme im Bereich der Grundlagenverbesserung. Es sollen primär folgende Ziele erreicht werden:

  • Schaffung und Erhaltung wettbewerbsfähiger Strukturen in der Landwirtschaft

  • Verbesserung der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im ländlichen Raum

  • Verwirklichung ökologischer und raumplanerischer Ziele

Im Vordergrund steht die Unterstützung gut strukturierter, professionell geführter und entwicklungsfähiger Haupterwerbsbetriebe. Sie sollen sich für die Zukunft rüsten können, ohne sich untragbar verschulden zu müssen.

2. Wer kann Investitionskredite erhalten?

Gesuchsteller / Gesuchstellerinnen, resp. deren Betriebe müssen folgende Bedingungen erfüllen, damit auf ein Gesuch eingetreten werden kann:

  • Betrieb bietet - allenfalls mit einem nichtlandwirtschaftlichen Zuerwerb - längerfristig eine Existenz und weist mind. 1.00 Standardarbeitskräfte (SAK) auf

  • Betrieb wird rationell bewirtschaftet und erfüllt (nach der Investition) den Ökologischen Leistungsnachweis ÖLN

  • Betriebsübernahme erfolgt oder erfolgte innerhalb der Familie, nach den Regeln des bäuerlichen Bodenrechtes.

  • Der Gesuchsteller/die Gesuchstellerin ist Selbstbewirtschafter/-in und verfügt über eine abgeschlossene landwirtschaftliche Ausbildung oder kann mind. 3 Jahre erfolgreiche Betriebsleitertätigkeit nachweisen

  • Vermögenslimite: Kürzung der Investitionskredite bei einem bereinigten Vermögen (ohne Berücksichtigung des landw. Inventars) von über 800'000.00
    (Zuschlag bei Verheirateten: 200'000.00)
  • Die geplante Investition ist zweckmässig und wirtschaftlich. Sie verbessert die Existenzfähigkeit des Betriebes in Zukunft. Bei grösseren Investitionen ist dies mit einem Betriebskonzept zu belegen
     
  • Die geplante Investition ist finanzierbar und tragbar. Dies ist in allen Fällen mit einem Investitions- und Finanzierungsplan und einer Tragbarkeitsrechnung nachzuweisen

3. Wofür sind Investitionskredite erhältlich? 

Einzelbetriebliche Massnahmen
(inkl. Generationen-, Betriebszweig- und Betriebsgemeinschaften)

Gemeinschaftliche Massnahmen
Mehrere Betriebe wollen ein Projekt für die gemeinsame Selbsthilfe umsetzen. Sie bilden dafür eine Körperschaft: z.B. einfache Gesellschaft, Genossenschaft, Verein, GmbH, AG. Gesuchstellerin ist i.d.R. die Körperschaft.

Eintretenskriterien für gemeinschaftliche Massnahmen:

  1. Bei juristischen Personen (Genossenschaft, AG, GmbH, Verein) muss die Entscheidungsbefugnis (Mehrheit an Stimmen, resp. Kapital) in den Händen von bäuerlichen Betrieben liegen.

  2. Das Projekt ist finanzierbar und tragbar. Die Gesuchstellerin kann mind. 15 % der Nettokosten (abzüglich öffentliche Beiträge) selber finanzieren.

4. Höhe der Investitionskredite? 

Die Höhe der Investitionskredite wird aufgrund von Pauschalen je Einheit festgelegt. Die Pauschalen sind dabei unabhängig von der Höhe der Investitionskosten, der Einkommens- und Vermögenslage des Gesuchstellers (innerhalb der Limiten) und der Art und Weise der restlichen Finanzierung.

Starthilfe

Betriebsgrösse

Pauschale

0.60 - 0.99 SAK

 100'000.00

Eine Starthilfe unter 1.00 SAK wird nur in Gebieten nach Art. 3a Abs. 1 SVV gewährt (Berg- und Hügelgebiet, in denen die Bewirtschaftung oder eine genügende Besiedelung gefährdet ist).

1.00 - 1.24 SAK

 110'000.00

1.25 - 1.49 SAK

 120'000.00

1.50 - 1.74 SAK

 130'000.00

1.75 - 1.99 SAK

 140'000.00

2.00 - 2.24 SAK

 150'000.00

2.25 - 2.49 SAK

 160'000.00

Die massgebenden SAK entsprechen dabei nicht genau den Werten, welche in Zusammenhang mit den Direktzahlungen ausgewiesen werden, da der Wald dort nicht mitgerechnet wird. (siehe SAK-Berechnung)

2.50 - 2.74 SAK

 170'000.00

2.75 - 2.99 SAK

 180'000.00

3.00 - 3.24 SAK

 190'000.00

3.25 - 3.49 SAK

 200'000.00

3.50 - 3.74 SAK

 210'000.00

3.75 - 3.99 SAK

 220'000.00

4.00 - 4.24 SAK

 230'000.00

4.25 - 4.49 SAK

 240'000.00

4.50 - 4.74 SAK

 250'000.00

4.75 - 4.99 SAK

 260'000.00

 > 5.00 SAK

 270'000.00

Wohnhäuser

50 % der ausgewiesenen Investitionskosten, aber max. folgende Pauschalen:

Altenteil

120'000.00

Betriebsleiterwohnung

160'000.00

Betriebsleiterwohnung und Altenteil

200'000.00

Es können auch Teilsanierungen in Etappen unterstützt werden, z.B. Erneuerung Heizung, Ersatz Fenster, Fassadenisolation etc.

Stallbauten für Raufutter verzehrende Tiere

 

Einheit

Talgebiet

HZ und BZ

vollständige Neubauten ohne BTS

GVE

8'000.00

5'000.00

vollständige Neubauten mit BTS

GVE

9'000.00

5'660.00

Umbauten, Erweiterungen

GVE

5'000.00

3'300.00

Umbauten, Erweiterungen BTS

GVE

6'000.00

3'960.00

zusätzlich:
            Heu- und Siloraum
            Hofdüngerlager
            Remise


m3
m3
m2


  90.00
110.00
190.00


  50.00
  75.00
115.00

Für nicht gemolkene Tiere oder Tiere ausserhalb der Rindergattung wird die Unterstützung nach dem Bau einzelner Elemente berechnet.

In der VHZ und BZ sind zusätzlich Bundesbeiträge möglich (siehe Beiträge)

Das anrechenbare Raumprogramm bemisst sich nach der langfristig gesicherten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Es wird durch die Landwirtschaftliche Kreditkasse festgelegt.
Der Gesuchsteller darf ein grösseres Raumprogramm realisieren, sofern die Finanzierbarkeit und Tragbarkeit der gesamten Investition nachgewiesen ist.

Stallbauten für Schweine und Geflügel 

 

Einheit

ohne BTS

mit BTS

Zuchtschweine inkl. Nachzucht

GVE

5'600.00

6'600.00

Mastschweine

GVE

2'700.00

3'200.00

Legehennen

GVE

4'050.00

4'800.00

Aufzucht- und Mastgeflügel

GVE

4'800.00

5'700.00

Übrige Ökonomiegebäude und andere Massnahmen 

Produktions-, Verarbeitungs- und Lagerräume für die pflanzliche Produktion
(z.B. Gemüse-, Weinbau etc.)

50 % der Investitionskosten

Bauten und Einrichtungen für die Diversifizierung

50 % der Investitionskosten,
max. 200'000.00

Kauf eines Pachtbetriebes

50 % des Kaufpreises

Gemeinschaftliche Bauten und Einrichtungen für Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung regionaler Produkte
(z.B. Käsereien, Weinbau etc.)

30 % - 50 % der Netto-Investitionskosten,für Käsereien im Berggebiet sind zudem Beiträge erhältlich

Gemeinschaftlicher Kauf von Maschinen und Witterungsschutzeinrichtungen

30 % - 50 % der Investitionskosten

5. Einschränkungen für Investitionskredite

Zone

Richtfläche

Talgebiet

0.45 ha

Hügelzone

0.55 ha

Bergzone 1

0.70 ha

Bergzone 2

0.80 ha

Bergzone 3

0.90 ha

Bergzone 4

1.00 ha

Achtung:
Diversifizierungs-Projekte auf Einzelbetrieben und gemeinschaftliche Projekte für Verarbeitung-, Lagerung und Verkauf von regionalen Produkten werden nicht unterstützt, wenn sie bestehende Gewerbebetriebe, welche eine gleichwertige Leistung erbringen, konkurrenzieren! Eine Ausschreibung im Kantonsblatt ist zwingend!

6. Konditionen für Investitionskredite

Starthilfe

max. 12 Jahre

Alle übrigen Massnahmen

max. 18 Jahre

 
Die Rückzahlungsfristen werden in der Regel unterhalb der maximalen Laufzeit angesetzt. Am Anfang kann evtl. eine tilgungsfreie Schonfrist vereinbart werden. In Notlagen kann auf ein schriftliches Gesuch hin eine Tilgungsrate sistiert werden.
Minimale Tilgungsleistung pro Jahr: 4'000.-- (Einzelbetriebe) resp. 6'000.-- (Gemeinschaften).
Bei Nichtbezahlung der geschuldeten Tilgungsleistungen können diese auf dem Betreibungswege eingefordert werden. Für Mahnungen für verfallene Abzahlungsraten wird ein Unkostenbeitrag von Fr. 50.-- in Rechnung gestellt.

Grundeigentümer und
Pächter innerhalb Familie

Grundpfand

Fremd-Pächter und
Organisationen

Bürgschaft

Juristische Personen
ohne Grundeigentum

Solidarhaft, Eigentumsvorbehalt usw.

7. Vorgehen Kreditgesuch

Fragen Sie uns, wir informieren Sie gerne Kontakt

8. Gesetzliche Regelungen

Die Mittel für Investitionskredite werden den Kantonen vom Bund zur Verfügung gestellt. Die Kantone verwalten die Gelder in einem fonds-de-roulement, das heisst, die Rückzahlungen von Investitionskrediten können laufend wieder für neue Kredite eingesetzt werden.

Im Kanton Luzern ist die Landw. Kreditkasse zuständig für die Verwaltung der Investitionskredite.

Die Details der gesetzlichen Regelungen finden sich in folgenden Unterlagen:

Über die unterstützten Massnahmen und den Umfang der Unterstützung im Bereich Investitionskredite gibt der Jahresbericht der Landw. Kreditkasse  Auskunft. 

Übersicht Investitionskredite

  1. Zielsetzungen der Investitionskredite
  2. Wer kann Investitionskredite erhalten?
  3. Wofür sind Investitionskredite erhältlich?
  4. Höhe der Investitionskredite
  5. Einschränkungen für Investitionskredite
  6. Konditionen für Investitionskredite
  7. Vorgehen Kreditgesuch
  8. Gesetzliche Regelungen